Athena gegen neue Regierungen

Belehrung
Faustrecht gilt: rings strebt man, die Stadt zu verwüsten einander. Nicht wer die Wahrheit schwört, wird begünstiget, noch wer gerecht ist, Oder wer gut; nein mehr den Übelthäter, den schnöden Freveler ehren sie hoch. Nicht Recht noch Mässigung trägt man Noch in der Hand; es verlezt der böse den edleren Mann auch, Krumme Wort’ aussprechend mit Trug, und das Falsche beschwört er.

…Du, o Perses, achte des Rechts, und häufe den Troz nicht.Schlimm ist wahrlich der Troz dem Geringeren; selber der Edle Kann nicht leicht ihn ertragen, ihn drückt schwerlastender Hochmut, Traf er ein Unglücksloos. Doch der andere Weg ist besser, Der zur Gerechtigkeit führt; denn dem Unrecht sieget das Recht ob, Wenn es zum End’ ausgeht; und den thörichten wizigt Erfahrung. Schnell ja verfolgt mit Rache der Eid ungrade Gerichte; Und die Gerechtigkeit seufzt, wo gewaltsame Männer sie hinziehn; Satt von Geschenk, und nach krummem Gericht aussprechend das Urtheil. Jene sodann geht weinend durch Stadt und Gewerbe des Volkes, Dicht in Nebel gehüllt, und bringt sehr böses den Männern, Welche sie schnöd’ ausstiessen, und nicht gradaus sie vertheilten. Die die Gerechtigkeit aber dem Fremdlinge so wie dem Bürger Grade verleihn, und nirgend von dem abweichen, was recht ist: Solchen gedeihet die Stadt, und es blühn die bewohnenden Völker; Fried’ auch nährt im Lande die Jünglinge; nimmer bedroht sie Mit unseligem Kriege der waltende Herscher der Welt Zeus, Niemals naht auch der Hunger den gradurtheilenden Männern, Oder der Fluch;…
…Welche dagegen dem Troz nachgehn, und Thaten des Unfugs, Solche bedroht mit Rache der waltende Herscher der Welt…
….O ihr Könige, selber bedenkt in der Tiefe des Herzens Jenes Gericht! Denn nahe die Menschenkinder umschwebend, Schaun die Unsterblichen zu, wenn wo durch krumme Gerichte Einer den andren verlezt; unbesorgt um die Rache der Götter…
…Doch die Gerechtichkeit sti des Zeus jungfräuliche Tochter, Heilig und hehr auch dem Göttergeschlecht auf dem hohen Olympos. Siehe, sobald sie einer verkehrt mishandelnd beleidigt; Schleunig zum Vater Zeus, des Kronos Sohne, sich sezend, Klagt sie das Unrecht an den Sterblichen, bis ihr gebüsst hat. Alles Volk für die Sünden der Könige, welche mit Bosheit Anderswohin abbeugen das Recht, durch verdreheten Ausspruch…
…Richtet gerade das Wort, und krummer Gerichte vergesst ganz. Böses bereitet sich selbst, wer dem anderen Böses bereitet, Auch ist schädlicher Rath am schädlichsten dem, der ihn anrieth. Dess allsehendes Auge herab auf alles sich wendet, Zeus, auch dies nach Gefallen bemerkt er; und ihm entgeht nicht, Was nunmehr für Rechte die Stadt im Inneren heget.
Nein doch! weder ich selbst mag unter den Menschen gerecht sein Jezo, weder mein Sohn; denn schlimm, dass einer gerecht sei, Hier, wo grösseres Recht der Ungerechtere findet!
…Fische der Flut, Raubtier’ und krallichte Vögel des Himmels, Hiess er fressen einander, dieweil sie des Rechtes ermangeln. Aber den Menschen verlieh er Gerechtigkeit, welche der Güter Edelstes ist. Denn redet ein Mann das Gerechte zum Volke, So wie er weiss, den segnet mit Heil Zeus waltende Vorsicht. Welcher jedoch vorsäzlich mit falsch beschworenem Zeugnis Lügt, und Gerechtigkeit schändet, verflucht ist solcher unheilbar; Und ihm sinkt in Dunkel der Stamm nachlebender Kinder.
…Siehe, das Böse vermagst du auch schaarweis dir zu gewinnen, Ohne Bemühn; denn kurz ist der Weg, und nahe dir wohnt es. Vor die Treflichkeit sezten den Schweiss die unsterblichen Götter. Lang auch windet und steil die Bahn zur Tugend sich aufwärts, Und sehr rauh im Beginn; doch wann du zur Höhe gelangt bist, Leicht dann wird sie hinfort und bequem, wie schwer sie zuvor war…
…Scham  ist traun nicht gutes Geleit dem darbenden Manne, Scham, die sehr den Menschen zum Heil ist, sehr zum Verderb auch; Scham ist immer bei Mangel, Entschlossenheit aber bei Reichtum. Nicht auch die Habe geraft; nur die gottverliehne wohl.Wer mit der Hände Gewalt ein mächtiges Gut sich hinwegnahm, Oder wer mit der Zung’ es erbeutete: wie wir es oftmals Schaueten, wann den Verstand misleitete schnöde Gewinnsucht Einem Mann, und die Scham durch Unverschämtheit gedämpft ward: Leicht verdunkeln ja den die Unsterblichen, und es entschwindet Solchem das Haus, ihm hält nur wenige Dauer der Reichthum. gleich, wer den Schuzanfleher, und gleich, wer den Fremdling beleidigt;…
Meide den bösen Gewinn; dem Verlust ist böser Gewinn gleich..
…Gern giebt einer dem Geber, dem Weigerer giebt wohl niemand. Geben ist gut, doch Rauben ist bös, und bringet den Tod mit.
 
Hesiod Hauslehren – Auszug

Über mondfee1967

nicht kontrollierbar Ich habe mehr als hundert Blogeinträge veröffentlicht und damit einen "Spiegel" erstellt, in dem man das wahre Gesicht unserer Gesellschaft sehen kann.
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